Nach dem Holocaust schien es undenkbar, dass sich Jüdinnen und Juden irgendwann wieder mit Deutschland, deutschen Menschen oder der deutschen Sprache arrangieren würden. Dennoch vereinbarten am 12. Mai 1965 – 17 Jahre nach der Staatsgründung Israels – Bundeskanzler Ludwig Erhard und Premierminister Levi Eshkol diplomatische Beziehungen. Zum 60. Jahrestag dieser besonderen Partnerschaft erinnern wir an Meilensteine und Errungenschaften im politischen und gesellschaftlichen Leben.
Willy Brandt formulierte bei seinem Besuch als erster westdeutscher Bundeskanzler in Israel am 8.6.1973: „Unsere normalen Beziehungen haben den Charakter einer Besonderheit“. Und so erscheint im Rückblick jede Begegnung von Israelis mit Deutschen als ein Ereignis, das aus dem Alltag herausragt. Dies gilt ganz gleich, ob Menschen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerkschaft, Sport oder gar Militär zusammenkommen.
Städtepartnerschaften, Schüleraustausch, Einsätze von Jugendlichen und Freiwilligen bei der Arbeit in Kibbuzim oder der Aktion Sühnezeichen vernetzen die Menschen miteinander und lassen bis heute zahllose private Freundschaften zwischen Israelis und Deutschen entstehen. Dies gilt inzwischen über Generationen hinweg.
Das Olympia-Attentat von1972 und der beschämende Umgang der deutschen Behörden markierten einen Tiefpunkt in den deutsch-israelischen Beziehungen. Auch der Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 und dessen Folgen, darunter Terror-verharmlosung und grassierender Antisemitismus, stellen eine Belastung dar.
Mit Israel verbunden zu sein, obliegt jedoch nicht nur Politikerinnen und Politikern. Es ist eine zivilgesellschaftliche Aufgabe. Neben der Auswahl von Staatsbesuchsfotos finden Sie daher auch Bilder privater Begegnungen, die die Zusammenstellung bereichern.
Am 27. November 2025 um 18:00 Uhr eröffnen wir im Bürgerhaus Benrath (Telleringstraße 56, 40597 Düsseldorf) die Ausstellung „60 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland – Israel“. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter info@lilli-marx-raum.de ist erforderlich.
Nach einem Grußwort aus der Bezirksvertretung wird Herbert Rubinstein, ehemaliges Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Ehrenmitglied der Gesellschaft für christlich-jüdische-Zusammenarbeit in Düsseldorf, auf diese 60 Jahre diplomatischer Beziehungen und ihre Bedeutung für jüdisches Leben in Düsseldorf zurückschauen.
Im Anschluss laden wir dazu ein, gemeinsam mit Kuratorin Petra Hemming die Ausstellung zu erkunden und bei einem Umtrunk im Café des Bürgerhauses ins Gespräch zu kommen.
Nach dem 27. November kann die Ausstellung nach Rücksprache besichtigt werden. Kontaktadresse ist info@lilli-marx-raum.de


